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RHF in Japan. Oder: Wenn Mitarbeiter dienstliches Fernweh haben.

Jan/Feb 2021

RHF in Japan. Oder: Wenn Mitarbeiter dienstliches Fernweh haben.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Reilhofer KG am japanischen Markt aktiv. Mit dem Partner vor Ort, Automax, werden gemeinsam Kunden besucht, Projekte vor Ort koordiniert und Auswertungen vorgenommen. Derzeit muss das leider alles remote funktionieren für Manuel Willander, der für RHF die dortige Automobilindustrie betreut. Da Japan ein wichtiger Markt für die Reilhofer KG ist, gibt es die umfangreiche RHF-Website nun auch in japanischer Sprache, um den Informationsfluss in diesen (und auch zukünftigen) Tagen zu vereinfachen. Über seine Arbeit vor, während und nach der Pandemie sprachen wir mit Manuel. 

Für den aktuellen Newsroom Beitrag riefen wir Manuel, wie vereinbart, an. Er erzählt uns gleich zu Beginn, dass er gerade erst ein Gespräch mit dem Vertriebsmann von Automax, Kushida-San, beendet hat. Automax ist der Reilhofer-Vertriebspartner in Japan: „Kushida-San arbeitet gerade an einem von Automax konstruierten Prüfstand für einen Motor-Kalttest. Hierfür stehe ich in engem Kontakt, um fleißig zu supporten.“ Auf unsere Nachfrage, wie denn die Kommunikation in Zeiten von Corona läuft, antwortet Manuel: „Die Kommunikation beziehungsweise der Zugriff läuft hier über Teamviewer, Live Videos und verschiedene Messenger.“

Manuel und Kushida-San bei Kundenbesuchen in Japan vor der Pandemie

Manuel Willander ist bei der Reilhofer KG der Hauptansprechpartner für alle Aktivitäten auf dem japanischen Markt. Vor 3 Jahren hat er diese Aufgabe übernommen und war seither mindestens einmal pro Monat vor Ort. Bis im letzten Jahr die Kundenbesuche schlagartig nicht mehr möglich waren. „Die Reisebeschränkungen treffen mich hart. Denn wenn es darum geht, Anliegen zu klären, Systeme upzudaten, aktive Tests zu betreuen, Verbesserungen herbeizuführen, Funktionen und Systemaufbau zu erklären und durchzuführen, dann geht sowas am besten, wenn man vor Ort ist.“

Und er berichtet weiter: „Vor Corona war es oft so, dass ich, sobald ein Anruf kam, quasi schon auf dem Weg zum Flughafen war. Ich war immer verfügbar und sofort vor Ort, um den Kunden die beste und schnellst mögliche Unterstützung zu bieten – vielleicht sogar die beste Unterstützung der Welt“, lacht er und bedauert, dass er schon über ein Jahr nicht mehr nach Japan reisen kann.

Seit einem Jahr ist Manuel ausschließlich „virtuell“ in Japan

Wenn jemand so schwärmt von seiner Arbeit, dann muss es sicher noch weitere Faszinationen geben, mit denen ihn das Land berührt – oder Manuel? „Ja, das stimmt. Mich begeistert auch die Kultur des Landes, die Architektur und Natur. Und die hervorragende Koch-„KUNST“ zum Beispiel, die aus jedem Gericht etwas Besonderes macht. Lustig ist auch, dass man sich oft mal die Schuhe vor dem Betreten eines Lokales ausziehen muss. Und mittlerweile bin ich recht stolz darauf, alles mit Stäbchen essen zu können. Also fast alles,“ fügt er lachend hinzu. „Im Arbeitsalltag bin ich begeistert vom ausgezeichneten Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel für Kurz- und Langstrecken, was einen Besuch der quer im Land verteilten Kundenstandorte über Distanzen von 100ten von Kilometern recht komfortabel ermöglicht.“  

Auch die japanische Architektur, Kultur und die Kochkunst fehlen.

Auf die Frage nach ein paar Beispielen für Kunden, kamen die zu erwartenden bekannten japanischen Automobilunternehmen: Toyota, Nissan, Honda und Mitsubishi. Diese setzten in erster Linie auf den deltaANALYSER für die Schadensfrüherkennung in der Motoren- und Getriebeentwicklung. „Die Vorteile des eolANALYSERs für die Qualitätssicherung in der Produktion werden aber auch mehr und mehr erkannt, und so erobert auch der eolANALYSER Schritt für Schritt – oder besser gesagt ‚Test-für-Test‘ den japanischen Markt“, so Manuel weiter.

Wenn man im weltweiten Vertrieb und Kundenservice tätig ist, brennt man natürlich darauf, bald wieder persönlich vor Ort zu sein. So ergeht es auch Manuel. Er hofft auf baldige Reisemöglichkeiten in diesem Jahr. „Warum ich darauf brenne, wieder selbst nach Japan fahren zu können? Weil ich endlich wieder selber Hand anlegen möchte, die Themen mit den Menschen vor Ort direkt besprechen möchte und unseren Kunden eine persönliche Unterstützung sein möchte.“ Die Kommunikation sei einfach eine andere über Video- und Telefonkonferenzen als wenn man sich persönlich gegenübersteht, erklärt Manuel weiter. „Aber so lange es noch nichts wird mit dem Reisen, sind der Teamviewer und WeChat meine besten Arbeitskollegen“, lacht er, „und außerdem muss ich noch meine Anzüge richten für die hoffentlich baldige erste Reise. Denn ohne Anzug im Dienst geht in Japan mal nichts.“ Und schon ist unsere Interviewzeit abgelaufen. Manuel tippt nebenher bereits auf der Tastatur. Neugierig fragen wir, was er nun mache? „Ich öffne gerade die neue japanische Version unserer Reilhofer Website und habe gleich eine Telefonkonferenz mit einem japanischen Kunden, der schon den deltaANALYSER im Einsatz hat, aber gern mehr über den eolANALYSER wissen möchte.“ Da sagt der Manuel noch freundlich さようなら („Sayōnara“) und ist mal wieder in Japan.